- Die durchschnittlichen versicherten Katastrophenschäden pro Jahr stiegen innerhalb eines Jahres um rund 19 Milliarden USD. Das ist die höchste bislang von Verisk ermittelte Schätzung.
- Obwohl die Verluste in Europa im Jahr 2025 von keiner einzelnen Naturkatastrophe dominiert wurden, zeigen aktuelle Klimamodelle, dass häufig auftretende Gefahren ein höheres Risiko bergen als die historischen Aufzeichnungen vermuten lassen.
- Das Wachstum der Exposition, steigende Wiederaufbaukosten und die anhaltende Bebauung in katastrophengefährdeten Gebieten treiben die potenziellen Schäden unabhängig von den Wetterverhältnissen in einem einzelnen Jahr in die Höhe.
Jersey City, N.J., USA – 1. Sept. 2026 – Der Geschäftsbereich Catastrophe and Risk Solutions von Verisk (Nasdaq: VRSK), einem führenden Anbieter von Datenanalysen und Technologien für die globale Versicherungsbranche, hat heute seinen globalen Bericht zu modellierten Katastrophenschäden für 2026 veröffentlicht. Laut dem Jahresbericht muss die Versicherungsbranche künftig mit durchschnittlichen versicherten Katastrophenschäden in Höhe von 171 Milliarden USD pro Jahr rechnen. Das entspricht einem Anstieg um 19 Milliarden USD gegenüber dem Vorjahr und stellt die höchste bislang von Verisk ermittelte Schätzung dar. Der Verlust-Benchmark der Branche stieg selbst nach einem Jahr, in dem erstmals seit einem Jahrzehnt kein Hurrikan in den USA auf Land traf. Darin spiegeln sich das anhaltende Wachstum der Immobilienwerte und Versicherungssummen weltweit wider.
„Eine ruhige Hurrikansaison kann dazu führen, dass die Märkte so reagieren, als hätte sich das Risiko verringert: Die Prämien sinken, Versicherer behalten mehr Risiken in ihren eigenen Büchern, und mehr Kapital konkurriert um Neugeschäft“, so Rob Newbold, President von Verisk Catastrophe and Risk Solutions. „Doch das Jahr 2025 erinnert uns daran, dass sich die Risikolandschaft dauerhaft verändert hat und Jahre ohne nennenswerte Schäden durch Hurrikane in den USA heute nicht automatisch ein ruhigeres Katastrophenumfeld bedeuten.“
Zum sechsten Mal in Folge überstiegen die weltweit versicherten Katastrophenschäden 100 Milliarden USD. Maßgeblich verantwortlich waren dabei nicht einzelne Großereignisse wie Hurrikane oder Erdbeben. Stattdessen sorgten Rekordschäden durch Waldbrände sowie zahlreiche schwere Gewitter mit Hagel-, Sturm- und Tornadoschäden für hohe Belastungen der Versicherungswirtschaft.
„Ein dynamischeres Risikoumfeld unterstreicht, wie Versicherer mit Hilfe von Katastrophenmodellen die Disziplin im Underwriting aufrechterhalten und fundierte Entscheidungen hinsichtlich Preisgestaltung, Kapitalbereitstellung und Risikotransfer treffen – basierend auf dem gesamten Spektrum des Risikos und nicht nur auf dem Ergebnis einer einzelnen Saison“, fügt Newbold hinzu.
Was hinter Verisks Schaden-Kennzahl von 171 Milliarden USD steckt
Im Mittelpunkt des Berichts steht der sogenannte Average Annual Loss (AAL) von Verisk, also der globale durchschnittliche versicherte Jahresverlust. Die Kennzahl ist eine modellierte, langfristige Schätzung des Katastrophenrisikos, die auf Simulationen mit Verisks globalen Katastrophenmodellen basiert. Es handelt sich dabei nicht um eine Vorhersage der Verluste im Jahr 2026 oder in einem anderen einzelnen Jahr. Vielmehr dient sie als Referenzwert, den Versicherer verwenden können, um potenzielle Verluste über ein breites Spektrum von Ereignissen, Gefahren und Regionen hinweg zu bewerten.
Zusätzliche Erkenntnisse helfen dabei, die Zahl zu kontextualisieren:
- Auf die Vereinigten Staaten entfällt der Großteil des modellierten versicherten Katastrophenrisikos. Von den 171 Milliarden USD des globalen versicherten AAL entfallen 117 Milliarden USD (68 Prozent) auf die USA.
- Schwere Gewitter machen 40 Prozent des modellierten versicherten Katastrophenrisikos aus – mehr als jede andere Gefahr. Dies ist nach wie vor der größte Faktor für den globalen versicherten AAL von Verisk, noch vor tropischen Wirbelstürmen (27 Prozent), Erdbeben (10 Prozent), Winterstürmen (9 Prozent), Überschwemmungen (7 Prozent) und Waldbränden (6 Prozent). Dieses Muster setzte sich im Jahr 2025 fort, als nicht ein einzelner Hurrikan die Verluste der Branche verursachten, sondern häufig auftretende Gefahren.
- Ein Jahr mit schweren Katastrophen könnte Verluste verursachen, die fast dreimal so hoch sind wie der globale versicherte AAL. Der Bericht untersucht zudem zunehmend schwerwiegendere, aber plausible Verlustszenarien: Bei einer Wiederkehrperiode von 100 Jahren – die in der Branche üblicherweise verwendet wird, um ein Szenario mit einer jährlichen Wahrscheinlichkeit von 1 Prozent zu beschreiben – erreichen die modellierten versicherten Gesamtverluste 477 Milliarden USD. Bei einer Wiederkehrperiode von 250 Jahren erreichen die Verluste 606 Milliarden USD.
Seit Verisk diesen Bericht erstmals im Jahr 2012 veröffentlichte, hat sich der geschätzte globale versicherte AAL fast verdreifacht und ist von 59 Milliarden USD auf 171 Milliarden USD gestiegen. Die ursprüngliche Zahl aus dem Jahr 2012 wurde in Dollar des Jahres 2012 angegeben. Die Veränderung spiegelt außerdem die Investitionen von Verisk in die Ausweitung der Modellabdeckung auf mehr als 20 zusätzliche Länder und Regionen, Fortschritte in Wissenschaft, Daten und Modellierungsmethoden, Aktualisierungen der Risikoeinschätzung von Verisk sowie das Wachstum der versicherten Risiken wider.
Warum die Schäden nicht allein durch Naturgefahren steigen
Katastrophenschäden werden nicht nur durch die Anzahl oder Schwere von Stürmen, Waldbränden oder Erdbeben in einem bestimmten Jahr bestimmt. Mehrere langfristige Trends führen weiterhin dazu, dass der Wert des gefährdeten Eigentums und die potenziellen Kosten künftiger Katastrophen steigen:
- Der Versicherungsbestand wächst. In den von Verisk modellierten Ländern ist das versicherte Risiko seit 2021 jährlich um rund sieben Prozent gewachsen. Treiber dieser Entwicklung sind sowohl Neubauten als auch steigende Immobilien- und Vermögenswerte.
- Die Kosten für den Wiederaufbau steigen weiter. In den Vereinigten Staaten sind die Kosten für den Wiederaufbau von Wohngebäuden seit 2021 jährlich um etwa 5 Prozent gestiegen. Das liegt über der Inflation der Verbraucherpreise und erhöht die potenziellen Kosten von Katastrophenschäden, selbst wenn das Risiko unverändert bleibt.
- Immer mehr Menschen und Eigentum befinden sich in gefährdeten Gebieten. Das Bevölkerungswachstum konzentriert sich weiterhin auf katastrophengefährdete Regionen, während die Bebauung in Überschwemmungsgebieten, Waldbrandzonen und anderen Hochrisikogebieten zunimmt. In England liegen beispielsweise bereits 7,1 Prozent der Einfamilienhäuser in einer Zone, in der es in den letzten 100 Jahren Hochwasser gegeben hat, und jeder neunte zwischen 2022 und 2024 errichtete Neubau wurde in einem Hochwasserrisikogebiet errichtet. Dieser Anteil könnte nach den Prognosen der Verisk-Modelle bis 2050 auf jeden siebten Neubau ansteigen.
Zusammengenommen führen diese Trends unabhängig von Wetterverläufen zu einem Anstieg der versicherten Katastrophenschäden und erklären, warum der Risikobenchmark der Branche weiter steigt.
Was würde das in der Praxis bedeuten? Die Modelle von Verisk zeigen, dass ein weiterer größerer Hurrikan, der in einem Jahr wie 2025 auf das US-Festland trifft, die jährlichen versicherten Katastrophenschäden auf rund 200 Milliarden USD treiben könnte. Branchenberichten zufolge lagen die versicherten Gesamtverluste für das Jahr 2025 zwischen 107 und 129 Milliarden USD. Diese Zahl gibt die Gesamtsumme aller Gefahren in einem einzigen Jahr wieder, nicht ein einzelnes Großschadensereignis. Der Bericht von Verisk behandelt diese Zahl als ein vorhersehbares Szenario, auf das die Branche vorbereitet sein sollte, und nicht als ein Extremrisiko, das erst nach seinem Eintreten erneut betrachtet werden muss. Für Verbraucher könnte ein Jahr mit vermehrten schweren Naturkatastrophen höhere Prämien, Änderungen der Versicherungsbedingungen und – in den am stärksten betroffenen Gebieten – einen geringeren Versicherungsschutz in den Folgejahren bedeuten.
Warum eine ruhige Hurrikansaison nicht automatisch ein ruhiges Jahr ist
Der Bericht von Verisk unterstreicht, dass ein Jahr ohne einen Hurrikan, der in den USA auf Land trifft, den Markt zu sinkenden Prämien und einer lockeren Zeichnungspolitik verleiten kann – genau dann, wenn Disziplin am wichtigsten ist. Der Bericht stellt fest, dass es gerade die schwachen Jahre sind, in denen Katastrophenmodelle den Versicherern helfen, Widerstandsfähigkeit von Volatilität zu unterscheiden, wenn sich der Markt schließlich wieder dreht.
„Die Zahl von 171 Milliarden USD ergibt sich nicht aus dem Verlauf einer einzelnen Hurrikansaison, oder aus den Katastrophenschäden eines einzigen Jahres“, so Dr. Jay Guin, Executive Vice President und Chief Research Officer bei Verisk Catastrophe and Risk Solutions. „Sie spiegelt eine breite Verteilung potenzieller Ereignisse über verschiedene Typen von Gefahren und Regionen wider, durch Verwendung aktueller Risikodaten und einer Einschätzung der Gefahrenlage, die auf dem aktuellen Klimazustand beruht. Mit Hilfe dieser breiteren Perspektive kann sich die Branche auf Schadensszenarien vorbereiten, die sich allein aus historischen Erfahrungen möglicherweise nicht ableiten lassen.“
Die globale Versicherungsschutzlücke besteht weiter
Der Bericht quantifiziert zudem eine anhaltende und ungleichmäßige Lücke beim Versicherungsschutz. Weltweit sind nur etwa 38 Prozent der wirtschaftlichen Verluste durch Naturkatastrophen versichert. Das entspricht einem modellierten wirtschaftlichen AAL von mehr als 450 Milliarden USD. In Europa ist die Lücke größer als der globale Durchschnitt: Von den in der Region erwarteten jährlichen wirtschaftlichen Katastrophenverlusten in Höhe von 110 Milliarden USD sind derzeit nur etwa 24 Milliarden USD (22 Prozent) versichert. Im Juli 2025 ereigneten sich in Zentraltexas Sturzfluten – die tödlichste Hochwasserkatastrophe seit fast fünf Jahrzehnten – und das in einer Region, in der die nationale Abschlussquote für Hochwasserversicherungen bei etwa 3 Prozent liegt. Dabei betrug die Abschlussquote in dem am stärksten betroffenen Gebiet etwa 2,5 Prozent. Als im März 2025 ein Erdbeben Myanmar erschütterte, deckten die Versicherer weniger als 100 Millionen USD der rund 12 Milliarden USD an wirtschaftlichen Verlusten ab.
„Um diese Lücke beim Versicherungsschutz zu schließen, sind ein breiterer Zugang zu Versicherungen und ein klares Verständnis des Risikos erforderlich“, so Newbold. „Indem wir die Modellabdeckung erweitern und über unsere Plattformen Modelle sowohl von Verisk als auch von Dritten zur Verfügung stellen, unterstützen wir Versicherer dabei, Risiken in weiteren Märkten zu bewerten und Möglichkeiten zu identifizieren, den Versicherungsschutz auf Kommunen auszuweiten, die nach wie vor unterversichert sind.“
Über den Bericht
Der globale Bericht zu modellierten Katastrophenschäden 2026 wird unter Verwendung derselben Katastrophenmodelle und mit Hilfe von Software erstellt, auf die sich die Versicherungs- und Rückversicherungskunden von Verisk täglich verlassen. Er deckt mehr als 120 Länder und Regionen ab, sodass die Zahlen in der Umgebung der Kunden selbst reproduzierbar sind und überprüft werden können.
Die Katastrophenmodelle von Verisk werden von der AIR Worldwide Corporation entwickelt, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Verisk Analytics, Inc.
Über Verisk
Verisk (Nasdaq: VRSK) Verisk ist ein führender strategischer Datenanalyse- und Technologiepartner für die globale Versicherungsbranche. Das Unternehmen unterstützt seine Kunden dabei, die betriebliche Effizienz zu steigern, das Underwriting und die Schadenregulierung zu verbessern, Betrug zu bekämpfen und fundierte Entscheidungen über globale Risiken wie Klimawandel, Extremereignisse, Nachhaltigkeit und politische Themen zu treffen. Durch fortschrittliche Datenanalysen, Software, wissenschaftliche Forschung und fundierte Branchenkenntnisse trägt Verisk dazu bei, die globale Widerstandsfähigkeit von Einzelpersonen, Gemeinschaften und Unternehmen zu stärken. Mit Teams in mehr als 20 Ländern wird Verisk regelmäßig als Great Place to Work zertifiziert und fördert eine inklusive Unternehmenskultur, der sich alle Teammitglieder zugehörig fühlen. Weitere Informationen unter verisk.com und im Verisk Newsroom.
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