Save the date! 15. September 2026
Wie das Schadenmanagement von morgen aussieht, diskutieren wir auch wieder mit mehr als 120 Schadenexpertinnen und -experten auf der Fachtagung Schaden & Innovation am 15. September 2026 in Köln.
Digitalisierungsdruck, Kostendruck, Fachkräftemangel und steigende individuelle Kundenerwartungen – das bewegt die Versicherungsbranche schon viele Jahre.

Der Blick in das Jahr 2035 zeigt: Es kommen weitere Veränderungen auf uns zu. Die strategischen Entscheidungen von heute müssen mit der Zukunft im Blick getroffen werden.
Daher schauen wir auf einige Thesen, die Sven Gabor Janszky und weitere Zukunftsforscher für das Jahr 2035 skizziert haben, und welchen Einfluss diese auf das Schadenmanagement von morgen haben könnten.
Bis 2035 werden KI-Agenten laut Sven Gabor Janszky im Alltag allgegenwärtig sein.1
Für das Schadenmanagement könnte das heißen: Menschen kommunizieren nicht mehr mit Callcentern oder klassischen Chatbots, sondern mit ihrem eigenen digitalen KI-Agenten, der Schäden meldet, Dokumente einreicht, Fotos analysiert und sogar personalisierte Reparaturvorschläge erstellt.
Auch in den Schadenabteilungen selbst wird „Assistent-Working“ zum Standard. Mitarbeitende arbeiten Seite an Seite mit hochentwickelten Assistenzsystemen, die Routinearbeiten wie Dokumentenprüfung übernehmen oder präzise Empfehlungen zu Rückstellungen und Regresschancen liefern.
Und vieles davon beginnt bereits heute. Immer mehr Versicherer setzen Chatbots, automatisierte Meldestrecken und KI-gestützte Analysen ein. Dass eine große Mehrheit der Marktakteure das Potential schon heute erkennt, zeigt eine Studie von PTA und Statista. Demnach planen 92 Prozent der Befragten, ihre Investitionen in Agentic AI zu steigern.2
Wer in Pilotprojekten genau jene Technologien testet, die den agentenbasierten Schadenprozess von 2035 möglich machen, ist für die Zukunft gut aufgestellt. Daher arbeiten wir heute schon an Pilotprojekten mit Kunden, um agenten-basierte Workflows aufzubauen, etwa für eine strukturierte Zusammenfassung, medizinische Analysen und die Kalkulation von Sofortleistungen für Unfallschäden.

Die Arbeitszeit könnte laut Sven Gabor Janszky perspektivisch sinken, weil Routinetätigkeiten wegfallen. Außerdem entstehen neue Berufsbilder, vor allem im zwischenmenschlichen Bereich.3
Durch den Einsatz von KI für Vorbereitung, Analyse und weitere standardisierte Aufgaben im Schadenmanagement können sich Menschen stärker auf schwierige, sensible oder strittige Themen konzentrieren.
In Schadenabteilungen eröffnen sich dadurch neue, sinnstiftende Tätigkeitsfelder: Coaches, Mediatoren, KI-Ethik-Beauftragte oder Agenten-Trainer. Schon in den kommenden Jahren können Versicherer damit beginnen, diese Profile zu entwickeln – um 2035 eine agilere, menschzentrierte Schadenorganisation zu etablieren, in der echte Expertise und Empathie den Unterschied machen.
Wo neue Rollenbilder schon heute gelebt werden, zeigt das AI Governance Board bei Verisk, das Risiken identifiziert und sicherstellt, dass die Nutzung von KI mit den gesetzlichen und regulatorischen Vorschriften sowie den Richtlinien und Standards von Verisk vereinbar ist. Im Team von Verisk in Deutschland werden außerdem immer mehr Schnittstellen-Positionen zwischen IT und Fachlichkeit aufgebaut. So fließt die medizinische Expertise der Med-Teams beispielsweise in die Entwicklung von Agenten für Personenschaden-Prozesse ein.

In den nächsten 10 Jahren verändern sich nicht nur Schadenmanagement-Prozesse, sondern auch die Schadenbilder.
Der Automobilmarkt der Zukunft wird von vernetzter, automatisierter Mobilität geprägt sein.4 Durch autonome und teilautonome Fahrzeuge wandeln sich individuelle Kfz-Schäden zu Flotten- und Plattformrisiken und klassische Karosserieschäden zu Software- oder Sensorfehlern. Im Schadenmanagement braucht es eine stärkere Nutzung von Telematikdaten, Prozesse für den Umgang mit den neuen Schadenbildern sowie KI-gestützte Schadenprognose und -automatisierung. Letztere unterstützen wir schon heute mit KI-gestützten Handlungsempfehlungen und Reparaturkostenprognosen für Kfz-Schäden.
Veränderungen in der Mobilität haben auch einen Einfluss auf die Bearbeitung von Personenschäden – ebenso wie neue Gesundheitstechnologien. Fortschritte in Genanalysen, Zelltherapien oder personalisierter Medizin führen dazu, dass die Lebenserwartung erheblich und in einer nie dagewesenen Schnelligkeit steigt, während hochspezialisierte, teure Behandlungsmethoden zunehmen.5 Das heißt: Personenschäden durch Unfälle werden seltener, gleichzeitig verlängert sich die Zahlungsdauer bei Großschäden und neue Technologien (z.B. gentechnisch hergestellte Organe, Prothesen) verursachen höhere Einzelkosten. Umso wichtiger ist es, Risiken bei Personenschäden früh zu erkennen und Prozesse weiter zu automatisieren, damit den Geschädigten schnell und verlässlich geholfen werden kann. Dafür entwickeln wir schon heute spezielle Agenten, die auf medizinische Anwendungsfelder abgestimmt sind.
Auch der Bereich Gebäudeschaden wandelt sich – etwa durch den Klimawandel und digitale Gebäudetechnologien. Extremwetterereignisse nehmen zu und erfordern umfassende Anpassungen zur Prävention und Schadenbegrenzung.6 Gleichzeitig entstehen Smart Buildings mit IoT-Sensorik und digitalen Zwillingen, die Schäden frühzeitig erkennen und melden können. Langfristig verändert sich dadurch die Komplexität der Schadenregulierung (mehr technische Ursachenanalysen, weniger rein physische Schäden). AR- und VR-Lösungen vereinfachen die Begutachtung, humanoide Roboter und autonome Drohnen können sogar einfache Begutachtungen vor Ort übernehmen. Unsere Softwarelösungen für Sanierer und Sachverständige integrieren schon heute moderne Geschäftsprozesse nahtlos in bestehende Systeme. Ziel ist es, die Plattformen für Sachverständige, Versicherer und Sanierer zukünftig auch zu verbinden, um Datensilos zu vermeiden.
In allen drei Bereichen gilt: Trotz stärkerer technologischer Komplexität bleibt der Kernauftrag des Schadenmanagements bestehen – schnelle, verlässliche Hilfe für Geschädigte. Durch datengetriebene Prozesse, digitale Assistenzsysteme und enge Zusammenarbeit mit Technologie-Partnern können Versicherer diesen Anspruch auch in einer Zukunft mit autonomen Fahrzeugen, neuen medizinischen Leistungen und smarten Gebäuden erfüllen.
Der Blick auf das Jahr 2035 mag futuristisch wirken – doch die Thesen bieten mehr als Science-Fiction: Sie zeigen Pfade, auf denen das Schadenmanagement effizienter, menschlicher und resilienter gestaltet werden kann. Für Versicherer ist das kein bloßes Zukunftsszenario, sondern eine Einladung, heute die Weichen zu stellen – als Innovator, Vordenker und zuverlässiger Partner für Kund:innen und Gesellschaft.
Wir bei Verisk freuen uns darauf, diese Veränderungen gemeinsam mit Ihnen anzugehen. Kommen Sie mit uns in den Austausch und lassen Sie uns das Schadenmanagement neu denken. Jetzt Kontakt aufnehmen
Wie das Schadenmanagement von morgen aussieht, diskutieren wir auch wieder mit mehr als 120 Schadenexpertinnen und -experten auf der Fachtagung Schaden & Innovation am 15. September 2026 in Köln.