
Die private Unfallversicherung ist für Geschädigte nach einem Unfall oft ein wichtiger Anker. Umso wichtiger ist es, dass die Schadenregulierung schnell, medizinisch fundiert und empathisch abläuft. Oft fehlt es Versicherern aber an Kapazitäten oder medizinischen Kenntnissen. Wenn steigende Schadenvolumina, Fachkräftemangel und komplexe medizinische Sachverhalte Versicherer vor Herausforderungen stellen, unterstützt das Team von Verisk die Regulierung von Unfallschäden. Mit einem Ziel: Qualität und Servicelevel stabil halten.
Wie und in welcher Tiefe die Unterstützung durch die externen Regulierungsteams greift, kann individuell definiert werden – von der vollständigen Fallbearbeitung bis zur Übernahme einzelner Prozessschritte. Das zeigen auch Beispiele aus aktuellen Kundenprojekten.
Fallbeispiel 1: fallabschließende Regulierung
Bei einem Digital-Versicherer fehlten die Kapazitäten im Bereich Unfall. Um fehlendes Personal und Fachexpertise auszugleichen, benötigte der Kunde Unterstützung bei der fallabschließenden Bearbeitung.
Deshalb haben wir für den Kunden ein Team aus Versicherungskaufleuten und medizinischem Fachpersonal zusammengestellt. Nach der Schadenmeldung durch den Geschädigten über das Online-Tool des Versicherers steigen diese in den Bearbeitungsprozess ein:
- Überblick verschaffen: Was ist vorgefallen? Liegt ein Unfall nach den Unfallbedingungen vor?
- Unterlagen sichten: Sind alle Unterlagen vorhanden?
- Unterlagen nachfordern (falls notwendig)
- Sofortzahlungen anweisen, sofern Bedingungen stimmen
- Kommunikation mit dem Versicherungsnehmenden und bei Bedarf mit Ärzten, Maklern und Anwälten
- Reservesetzung: Wie teuer wird der Schaden? Wie lange könnte er dauern? Liegt ein Dauerschaden vor und in welcher Höhe?
- Begleitung von Dauerschäden (Arzttermine, Gutachtensteuerung, Berechnung von Invaliditätssummen, Nachbegutachtung)
- Abschließende Bearbeitung des Falles
So werden fehlende Kapazitäten und Expertise gezielt und flexibel aufgefangen, um eine durchgängige Bearbeitung der Schadenfälle sicherzustellen – ohne eigenes Personal aufbauen zu müssen.
Fallbeispiel 2: Schadenanlage und Telefonie
Ein großer Versicherer will seine internen Teams von genau den Tätigkeiten entlasten, die viel Zeit im Prozess in Anspruch nehmen. Dazu zählen:
- Telefonische Schadenanlage
- Sichtung der Unterlagen
- Einholen fehlender Unterlagen
- Telefonische Auskunft zu bestehenden Schadenfällen / Leistungsbriefen
- Einhaltung der telefonischen Erreichbarkeit für Versicherungsnehmende
Diese Aufgaben übernimmt unser Regulierungsteam auf regelmäßiger Basis und stellt dabei stets die telefonische Erreichbarkeit sicher. So bekommen die Schadenteams des Versicherers schnell eine vollständige und vorgeprüfte Fallakte als Grundlage für die weitere Regulierung.
Was der Kunde zur Verfügung stellt
Die Teams arbeiten direkt in den Systemen und nach den Vorgaben des Versicherers. Die technische Verknüpfung zu Vertragsdaten, Vorschäden etc. ist damit gewährleitet. Für den fachlichen Teil stellt der Versicherer Arbeitsanweisungen, Bedingungswerk, In-House Regulierungsphilosophie und weiteres Schulungsmaterial bereit.
Was Verisk zur Verfügung stellt
Für jedes Kundenprojekt werden Teams aus Versicherungskaufleuten oder auch Quereinsteigern aus medizinischen Bereichen zusammengestellt. Diese werden intern und extern geschult und qualifiziert. Für den Versicherer entfällt dadurch ein großer Teil des organisatorischen Aufwands für Rekrutierung, Schulung sowie Einsatz- und Urlaubsplanung.
Die Regulierungsteams können bei Bedarf direkt auf Verisk-eigene Tools und Services zurückgreifen (z.B. Berichtsbeschaffung, Rechnungsprüfung, bestehendes Gutachternetzwerk). So lassen sich Prozesse zusätzlich beschleunigen – unter Beibehaltung hoher Qualitätsstandards.
„Wir begleiten Geschädigte in einer schwierigen Phase, umso wichtiger ist ein freundliches und empathisches Miteinander.“ – Suzana Nedinic, Team Lead Claims Service
Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Was dem Team immer wieder begegnet, sind komplexe Individualschäden. Dann kommen Invaliditätssummen, lebenslange Renten oder auch Umbauten an Haus oder Auto ins Spiel. Diese Fälle begleitet das Team langfristig, zum Teil 1-2 Jahre oder länger. Komplex wird es auch bei Vorschäden, wenn Rechtsanwälte oder Polizei involviert sind und Ermittlungsakten angefordert werden müssen oder wenn ein Betrugsverdacht vorliegt. Um in diesen Fällen richtig zu steuern, ist medizinische Erfahrung und Fachkenntnis unabdingbar.
Suzana Nedinic begleitet einige Kundenprojekte als Teamleiterin. Sie weiß, worauf es in erfolgreichen Projekten ankommt: „Wir begleiten Geschädigte in einer schwierigen Phase, umso wichtiger ist ein freundliches und empathisches Miteinander. Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit dem Versicherer. Am besten klappt das, wenn wir im engen Austausch sind – auf Augenhöhe.“
Die Beispiele zeigen: Externe Regulierungsteams können Versicherer gezielt dort unterstützen, wo hohe Arbeitsbelastung, Komplexität oder Kapazitätsengpässe entstehen, ohne bestehende Prozesse zu verändern und mit Expertise, Effizienz und Empathie.
Welche Aufgaben sich in Ihrer Unfall-Schadenregulierung sinnvoll auslagern lassen, ist immer eine Einzelfallentscheidung und hängt von Ressourcen und vorhandenem Setup ab. Lassen Sie uns in einem ersten Gespräch über Ihre Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze sprechen.