Wir wollen die Zusammenarbeit über unsere Geschäftsbereiche hinweg weiter stärken und entwickeln daher unsere Organisationsstruktur in Deutschland gezielt weiter.

Seit dem 15. Juli 2026 verantwortet Michael Rodenberg als Managing Director, Verisk Claims Solutions in Deutschland die strategische und operative Führung aller Claims-Aktivitäten von Verisk im deutschen Markt. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Versicherungsbranche und umfassender Expertise in den Bereichen Kfz-, Gebäude- und Personenschaden wird er die weitere Vernetzung unserer Kompetenzen vorantreiben und die Entwicklung integrierter, daten- und KI-gestützter Lösungen für das Versicherungsökosystem intensivieren.
Doch wer ist Michael Rodenberg? Was motiviert ihn in seiner neuen Rolle? Und welche Chancen sieht er für Kunden und den deutschen Versicherungsmarkt? In unserem Interview spricht er genau darüber.
Michael, du übernimmst zusätzlich zu deiner Rolle bei Verisk Property Germany die Verantwortung für Verisk Claims Solutions Germany. Was bedeutet diese neue Aufgabe für dich persönlich?
„Für mich ist diese Aufgabe vor allem mit großer Vorfreude verbunden. Ich freue mich darauf, die Zusammenarbeit über unsere Geschäftsbereiche hinweg noch intensiver zu gestalten und gemeinsam weiterzuentwickeln.
Was mich besonders reizt, ist die Möglichkeit, stärker in integrierten Lösungen zu denken – also nicht aus der Perspektive einzelner Sparten, sondern aus Sicht unserer Kunden und ihrer gesamten Schadenprozesse.
Gleichzeitig ist mir bewusst, dass die Rolle mit klaren Erwartungen verbunden ist. Der Markt verändert sich dynamisch, und unser Anspruch ist es, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten. Dafür bringen wir eine sehr gute Ausgangsbasis mit – und genau darauf möchte ich aufbauen.“
Gibt es konkrete erste Maßnahmen, die du in deiner Rolle vorantreiben möchtest?
„Am Anfang steht für mich vor allem das Zuhören und Verstehen: Wo stehen wir heute, wo sehen unsere Kunden die größten Herausforderungen und wo liegen unsere wichtigsten Hebel?
Darauf aufbauend geht es darum, klare Prioritäten zu setzen. Ein Schwerpunkt wird sein, unsere bestehenden Lösungen stärker miteinander zu verzahnen und gezielt weiterzuentwickeln.
Gleichzeitig möchten wir unsere Time-to-Market verkürzen – also schneller von der Idee zur marktfähigen Lösung kommen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die stärkere Fokussierung im Vertrieb, um unsere Leistungen noch klarer zu positionieren und näher an den Bedürfnissen unserer Kunden auszurichten.“
Was können Kunden von der engeren Verzahnung unserer Kompetenzen im Personen-, Kfz- und Gebäudeschaden erwarten?
„Schäden werden auch in Zukunft nicht vollständig ganzheitlich in einem System oder einer Struktur bearbeitet werden – dafür sind die Anforderungen und Spezifika der einzelnen Schadenarten zu unterschiedlich.
Was unsere Kunden aber zunehmend einfordern, sind einheitliche, klar strukturierte Lösungen, die ideale Prozesse end-to-end abbilden.
Genau hier setzt die engere Verzahnung unserer Kompetenzen an:
Wir entwickeln Lösungen, die konsistent gedacht sind und sich nahtlos in unterschiedliche Prozesswelten integrieren lassen – sowohl in die Bearbeitung bei Versicherern als auch in die operative Umsetzung durch uns oder Dienstleister.
Für unsere Kunden bedeutet das:
- weniger Schnittstellenprobleme,
- klarere Abläufe und Verantwortlichkeiten
- und eine höhere Verlässlichkeit entlang des gesamten Schadenprozesses.
Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch unsere Offenheit für Partnerschaften. Wir sind überzeugt, dass die besten Lösungen oft im Zusammenspiel entstehen. Deshalb arbeiten wir bewusst mit anderen Lösungsanbietern zusammen, wo es sinnvoll ist.
Unser Ziel ist nicht, alles selbst abzubilden, sondern gemeinsam mit unseren Partnern das bestmögliche Kundenerlebnis zu schaffen.
Am Ende geht es darum, Komplexität beherrschbar zu machen und gleichzeitig die Qualität und Effizienz im Schadenmanagement spürbar zu verbessern.“
Du übernimmst die neue Rolle in einer Phase, in der die Anforderungen an das Schadenmanagement immer weiter steigen. Was ist aus deiner Sicht jetzt besonders wichtig für Versicherer? Und warum?
„Die Herausforderungen im Schadenmanagement sind nicht grundsätzlich neu – steigende Komplexität, Kostendruck und hohe Kundenerwartungen begleiten die Branche schon seit Jahren.
Neu ist allerdings die Geschwindigkeit, mit der sich aktuell insbesondere durch den Einsatz von KI neue Möglichkeiten und Lösungen entwickeln – sowohl bei Versicherern als auch bei Dienstleistern.
Die eigentliche Herausforderung wird deshalb sein, diese Dynamik in durchgängige und qualitätsgesicherte Lösungen zu überführen. Denn einzelne punktuelle Anwendungen schaffen noch keinen echten Mehrwert, wenn sie nicht konsistent zusammenspielen.
Aus meiner Sicht sind dabei drei Dinge entscheidend:
Erstens: konsequente Kundenzentrierung. Prozesse müssen sich stärker an den Erwartungen der Versicherten ausrichten – insbesondere in Bezug auf Transparenz und Geschwindigkeit.
Zweitens: Integration statt Insellösungen. Neue Technologien – gerade im Bereich KI – müssen so eingesetzt werden, dass sie sich in bestehende Prozesse einfügen und diese sinnvoll ergänzen.
Und drittens: ein klarer Fokus auf Qualität und Steuerbarkeit. Gerade bei steigender Automatisierung ist es entscheidend, dass Prozesse weiterhin nachvollziehbar und verlässlich bleiben.
Am Ende geht es nicht darum, möglichst viel Technologie einzusetzen, sondern die richtigen Lösungen so zu kombinieren, dass sie im Alltag messbar besser funktionieren.“
Verisk blickt in Deutschland und global auf 50+ Jahre in der Versicherungsbranche zurück. Was lernst du aus dieser Breite an Daten, Erfahrung und Marktkenntnis für die Weiterentwicklung unserer Lösungen?
„Die langjährige Erfahrung zeigt vor allem eines: Nachhaltige Lösungen entstehen dort, wo Daten, Marktverständnis und praktische Umsetzung zusammenkommen.
Daten allein reichen nicht aus. Entscheidend ist, sie richtig zu interpretieren und in funktionierende Prozesse zu überführen.
Ein großer Vorteil für uns ist dabei die internationale Perspektive – insbesondere aus Märkten wie Nordamerika und Großbritannien. Dort sind viele Entwicklungen im Schadenmanagement, gerade in den Bereichen Datenanalyse, Automatisierung und KI, bereits weiter fortgeschritten oder früher gestartet.
Natürlich lassen sich nicht alle Lösungen eins zu eins auf den deutschen Markt übertragen – dafür sind Rahmenbedingungen und Marktstrukturen zu unterschiedlich. Aber genau darin liegt auch ein Mehrwert: Diese Märkte liefern uns wichtige Impulse, neue Denkansätze und konkrete Erfahrungen, aus denen wir lernen können.
Gleichzeitig ist unsere eigene Markterfahrung ein entscheidender Faktor. Unsere Teams kennen die Anforderungen, Prozesse und Besonderheiten des deutschen Marktes sehr genau und können diese Impulse gezielt einordnen und weiterentwickeln.
Ein weiterer Vorteil ist das internationale Netzwerk. Der Zugriff auf diese breite Erfahrung und unterschiedliche Perspektiven hilft uns, Entwicklungen frühzeitig zu verstehen und Lösungen gezielt weiterzuentwickeln.
So entsteht ein kontinuierlicher Lernprozess: Wir kombinieren globale Erkenntnisse mit lokaler Expertise – und entwickeln daraus Lösungen, die in Deutschland wirklich funktionieren.“
Wenn wir drei Jahre in die Zukunft blicken, wo siehst du Verisk Claims Germany?
„Ich sehe Verisk Claims Solutions Germany als einen integrierten, etablierten Partner im deutschen Versicherungsmarkt, der für durchgängige, verlässliche und moderne Schadenlösungen steht.
Wir werden noch stärker in End-to-End-Prozessen denken und unsere Kunden entlang der gesamten Schadenkette begleiten – unterstützt durch datenbasierte und zunehmend KI-gestützte Lösungen.
Gleichzeitig werden wir unsere Rolle im Ökosystem weiter ausbauen: als verbindendes Element zwischen Versicherern, Dienstleistern und weiteren Partnern.
Der Erfolg wird sich dabei nicht an Strukturen messen, sondern an Wirkung: Daran, wie einfach, transparent und effizient Schadenprozesse für unsere Kunden tatsächlich sind.“