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Potenziale und Erwartungen an das Schadenökosystem
Schadenökosysteme vernetzen Versicherer, Dienstleister und Kunden und schaffen nachhaltige Mehrwerte. Doch wie offen ist die Branche für die Umsetzung dieser Vision?
Nachdem meine Kollegen Dr. Sebastian Höfner und Michael Rodenberg bereits die strategische Bedeutung von Schadenökosystemen im Kfz- und Gebäudeschaden-Bereich beleuchtet haben, möchte ich heute den Fokus auf einen Bereich legen, der sowohl komplex ist als auch eine besondere Sensibilität verlangt. Es geht um Fälle, in denen Menschen zu Schaden kommen. Auch hier ist der Schadenfall der „Moment of Truth“, also nicht nur der wichtigste, sondern auch der anspruchsvollste und komplexeste Schritt im Versicherungsprozess, wenn es darum geht, alle Beteiligten miteinander zu verbinden. Schadenökosysteme können diese Komplexität reduzieren, indem sie enge Zusammenarbeit unterstützen und Innovation fördern.
Personenschäden sind aufgrund der individuellen und oft langfristigen Auswirkungen auf die Betroffenen besonders herausfordernd. Es geht nicht nur um die reine Regulierung eines Sachschadens, sondern um die umfassende Unterstützung von Menschen, die durch einen Unfall oder ein Unglück in ihrer Gesundheit und ihrem Leben beeinträchtigt sind. Daten bilden dabei das Fundament für echte Transparenz – sie eröffnen uns die Möglichkeit, Personenschäden nicht nur korrekt zu regulieren, sondern den Betroffenen den bestmöglichen Weg zur Genesung zu ebnen und die richtigen nächsten Schritte mit Weitblick einzuleiten.
Die Branche sucht auch im Personenschadenbereich nach Lösungen, denn Kunden wünschen sich eine lückenlose Unterstützung über alle Prozessteile hinweg. Der Ökosystem-Ansatz lässt sich heute schon über sogenannte Business Networks umsetzen, also ein vernetztes Leistungsangebot verschiedener Anbieter.
Wir bei Actineo, a Verisk business, möchten mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es um das Thema Ökosystem geht, und zwar mit Vernetzung und mit Partnerschaften in der Schadenbearbeitung. Einen Großteil des Prozesses in der Bearbeitung von Personenschäden decken wir bereits ab, darunter die Beschaffung von Arztberichten, die fachliche Aufbereitung der medizinischen Unterlagen für die Regulierung, die Prüfung medizinischer Rechnungen und die Steuerung von Gutachten.
Dabei binden wir bestehende Partner ein und gewinnen neue hinzu, beispielsweise Reha-Dienstleister zur Betreuung und Steuerung der Rehabilitation von verunfallten Personen. Auch Kliniken und Ärzte sind integraler Bestandteil unseres Ökosystems, da wir einen besonders engen Austausch mit ihnen pflegen. So können wir die richtigen Ansprechpartner schnell identifizieren und effizient Arztberichte sowie Fragebögen einholen.

Ein konkretes Beispiel für die Stärke unserer Vernetzung ist die Beauftragung medizinischer Gutachten über eine digitale Plattform – in Partnerschaft mit Yarowa. Hier vernetzen wir Versicherungen, Dienstleister und freie Experten/Gutachter effektiv und nahtlos miteinander.
Unser Ansatz geht jedoch noch weiter: Wir agieren als Claims Handler für Versicherer. Das bedeutet, wir übernehmen im Namen der Versicherung die Regulierung von Personenschäden. Die Integrationstiefe und -breite bestimmt der Versicherer dabei selbst. Kunden übergeben uns den Schadenfall, wir arbeiten direkt im Kundensystem und binden bei Bedarf eigene oder Partner-Services ein, wie zum Beispiel unseren Claims Agent. Mit Hilfe des Claims Agent können medizinische Daten automatisiert extrahiert und über die Schnittstelle direkt in die Bearbeitungssysteme übertragen werden, sodass manuelle Arbeitsschritte deutlich reduziert werden.
Die aktuellen Entwicklungen im Personenschadenmanagement verstärken die Notwendigkeit von Ökosystemen:
Wir sind auf diesem Weg und fragen uns kontinuierlich: Was ist der Gesamtschadenprozess und welche Teile davon decken wir bereits ab? Wo können wir Partner dazuholen? Unsere Studie unterstreicht, wie wichtig es ist, dass Daten und Lösungen von Versicherern, Dienstleistern und Partnern zum Nutzen und Mehrwert der Branche und der Versicherungsnehmer miteinander verbunden werden.
Niemand ist Besitzer oder Besitzerin eines Schadenökosystems, doch wir können es in die richtigen Bahnen leiten. Wir bei Verisk sehen uns als starker Player und Enabler, dessen eigene Lösungen mit Partnerschaften und Plattformen über Schnittstellen verbunden werden können. In diesem Sinne hilft uns die Studie, den richtigen Weg einzuschlagen. Wir möchten intensiv mit unseren Kunden und Partnern in den Dialog treten, um gemeinsam die nächsten Schritte dieser Reise zu gestalten. Das Personenschadenmanagement profitiert immens von dieser Evolution der Vernetzung, denn am Ende steht immer der Mensch im Mittelpunkt, dessen schnelle und umfassende Hilfe unser oberstes Ziel ist.
Mehr Informationen zu unserer Studie finden Sie hier.
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Schadenökosysteme vernetzen Versicherer, Dienstleister und Kunden und schaffen nachhaltige Mehrwerte. Doch wie offen ist die Branche für die Umsetzung dieser Vision?